Dienstag, 30. Juni 2015

Projekt: Weniger Verpackung - weniger Müll: Schönheit aus der Küche - PLUS: Rezept für aluminiumfreies Limette-Minz-Deo! |Teil 6/12

Ist es möglich sich natürlicher zu pflegen, gleichzeitig Müll zu sparen ohne das Gefühl zu bekommen auf irgendwas verzichten zu müssen?
Wenn es um Gesichts- und Körperpflege geht bin ich eine Luxusbiene. Wobei das nicht zu verwechseln ist mit dem Betrag der an der Kassa für ein Produkt verlangt wird. Der Name allein bringt meiner Haut ja nichts.
Mein Faible bezieht sich mehr auf hochwertige Zutaten, die möglichst ungepanscht und schnickschnackfrei auf meine Haut kommen sollen.
Seit Jahren schwöre ich auf Naturkosmetik. Da gibt es mittlerweile viele hochwertige Produkte, die ich sehr schätze. 

In diesem Monat meines Projektes Weniger Verpackung- weniger Müll habe ich mich intensiv damit beschäftigt wie ich den Müll im Zusammenhang mit Kosmetik reduzieren kann. Cremen, Shampoos & Co kommen immer in Tuben, Flaschen oder Tiegeln daher, die irgendwann ja doch in den Müll wandern. Im Laufe des Jahres kommt da schon Einiges zusammen. 

Tatsächlich lässt sich viel der Pflege aus der Küche abdecken. Der Grundsatz nur auf die Haut zu schmieren, was man auch essen könnte ist nämlich kein schlechter Ansatz. Obst und Gemüse, hochwertige Öle und Pflanzenauszugswässer in großen Flaschen gekauft sparen schon mal einiges an Geld und Verpackungsmaterial. Viele Zutaten kann man auf Märkten oder z.B. in der Mass-Greißlerei  sogar gänzlich ohne Verpackung kaufen.



Während in konventionellen Produkten verschiedene Vitamine, Mineral- und Super-duper-Stoffe angepriesen werden, sind diese oft nur in minimalen Mengen darin enthalten. In qualitativ hochwertigen Lebensmittel stecken hingegen all diese Stoffe in geballter Ladung und sind so ohne unverständlicher Zusätze wirksam. Sie sind vielleicht nicht so praktisch wie die Mittelchen aus der Tube, aber zu wissen, was wirklich auf Haut und Haare kommt und gleichzeitig richtig viel Müll und Geld zu sparen, sind für mich unschlagbare Argumente.

Je nach Hauttyp eignen sich viele Öle aus der Küche (sofern man auch beim Kochen auf hochwertige setzt) als gute Basis. Vor allem Oliven-, Kokos-, Traubenkern- und Sesamöl können vielseitig verwendet werden. Ihr solltet in jedem Fall immer nur schrittweise ausprobieren, ob eine Zutat für eure Haut geeignet ist. Ich musste mich da auch erst mal vortasten. Hört auf eure Haut, beobachtet und spürt hin wie die Haut reagiert, wie sie sich anfühlt. Wenn irgendwas nicht angenehm ist, passt es auch nicht für eure Haut.

Hier meine Favoriten aus der Küche und einige Anwendungsmöglichkeiten:


OLIVENÖL
  • Augen-Make-Up Entfernung: ein paar Tropfen Olivenöl auf einen feuchten Wattepad (noch verwende ich die Einweg-Version, ich bin aber dran das zu ändern) und damit sanft über die Augen streiche, bis sich das ganze Make-Up gelöst hat.
  • Körperpflege: nach der Dusche auf die noch feuchte Haut auftragen und nur vorsichtig trockentupfen.
  • Körperpeeling: 1 El Olivenöl und 1 El Meersalz vermischen, auf die feuchte Haut auftragen, ein paar Minuten lang einmassieren und gut abspülen.
  • Haarpflege: ein paar Tropfen in trockenen Spitzen verteilen, oder 1-2 El Olivenöl als Haarmaske im ganzen Haar verteilen und 20 Minuten bis über Nacht einwirken lassen. Danach mit Shampoo oder Ei-Zitronenshampoo ausspülen.



KOKOSÖL
  • Körperpflege: nach dem Duschen auf die noch feuchte oder trockene Haut auftragen.
  • Gesichtspflege und Reinigung: entfernt Make-Up und Tagesschmutz, pflegt und nährt die Haut. Bei Haut die zu Pickeln neigt weniger geeignet.
  • Deo: entweder als leichtes Deo pur aufgetragen, oder wie im unterstehenden Rezept verwenden 
  • Haarpflege: eine ganz kleine Menge in die Haarspitzen verteilen, oder so wie Olivenöl als Maske anwenden.

APFELESSIG
  • Gesichtswasser: besonders bei unreiner Haut verdünnt anwendbar
  • Haarspülungür mehrere Anwendungen im Voraus 1 Liter abgekochtes Wasser mit 3 El Apfelessig, 5 Tropfen ätherisches Minz- und 8 Tropfen ätherisches Orangenöl zusammen. Nicht ausspülen! Das sorgt für richtig viel Glanz und Spannkraft der Haare. Keine Sorge, der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen der Haare.

HONIG

  • Gesichtsmaske: ca. 1 El Honig auf der gereinigten Haut verteilen und 10-20 Minuten einwirken lassen. Danach mit reichlich Wasser abspülen. Durchfeuchtet die Haut und wirkt antibakteriell. Auch gut gegen Pickel.
  • Shampoo1 El Honig in 3 El Wasser auflösen, in feuchten Haaren verteilen, 2 Minuten einwirken lassen und gut ausspülen. Danach Apfelessigspülung verwenden.
  • Lippenpflege: Einen Tropfen Honig auf spröde Lippen aufgetragen macht sie wieder schön weich.
EIER
  • Gesichtsmaske: 1 Eiklar auf dem Gesicht verteilen und trocknen lassen. Danach mit viel Wasser abspülen. Strafft die Haut.
  • Shampoo: Meine Rettung wenn meine Haare mal gar nicht so wollen wie ich. 1 Ei und ein paar Spritzer Zitronensaft verrühren, in den feuchten Haaren verteilen, 2 Minuten einwirken lassen, gut mit kaltem Wasser (!, sonst gibt´s Eierspeise am Kopf) ausspülen. Danach Apfelessigspülung verwenden. 

ÄPFEL, GURKEN, AVOCADOS, BANANEN
  • Gesichtsmaske: Apfel oder Gurke fein gerieben, Avocado oder Banane zerdrückt auf dem Gesicht verteilen, 20 Minuten einwirken lassen und gut abspülen. Spenden viel Feuchtigkeit.
  • Hautsmoothie: Ich liebe diesen Ingwer-Gurken-Smoothie, den ich euch im diesem Artikel vorgestellt hatte.
  • Haarmaske: Banane oder Avocado zerdrückt in den feuchten Haaren verteilen, 20 Minuten einwirken lassen, danach gründlich ausspülen.

ZITRONE
  • Gesichtspeeling: 1 El Zucker oder Meersalz mit 1 Tl Zitronensaft mischen und in die gereinigte Haut einmassieren. Danach gründlich abspülen. Nicht für empfindliche Haut geeignet!
  • Shampoo: siehe Ei-Shampoo

NATRON
  • Peeling: Natron mit soviel Wasser vermischen, dass eine dicke Paste entsteht. Diese entweder im Gesicht oder am Körper einige Minuten einmassieren und dann gründlich abspülen.
  • Deo: entweder etwas Natron auf die trockene Haut auftragen, oder z.B. wie im unterstehenden Rezept anwenden.
  • Shampoo: 1-2 Tl Natron in 1 Häferl warmen Wasser auflösen, auf die feuchten Haare auftragen, 2 Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen. Danach unbedingt die Apfelessigspülung verwenden!

Es gibt unzählige Anwendungsmöglichkeiten, die ich hier gar nicht alle auflisten kann.
Dieser Artikel soll euch mal einen groben Überblick über all die Schätze aus der Küche für Haut und Haar für geben. Im Laufe der Zeit werdet ihr auf meinem Blog immer wieder neue Artikel mit konkreten Tipps finden. Ist nämlich ein spannendes Thema für mich :)
Heute gibt es aber noch ein Rezept für ein selbstgemachtes Deo, ausschließlich mit Zutaten aus der Küche, das vollkommen ohne die mittlerweile vom Gesundheitsministerium als bedenklich eingestuften Aluminiumsalze auskommt und tatsächlich wirkt. 

Weitere Ideen für Pflege mit Zutaten aus der Küche findet ihr HIER.
Vorschläge für Bezugsquellen HIER.




LIMETTE-MINZ-DEO


REZEPT
für ca 50ml

Zutaten
3 El Kokosöl (wer in sehr warmen Gebieten lebt kann auch 2 El Kokosöl und 1 El Sheabutter verwenden. Dann bleibt die Creme fester selbst wenn es heiß ist.)
2 El Natron
2 El Stärkemehl (ich verwende Maisstärke)
15 Tr ätherisches Limettenöl
5 Tr ätherisches Minz- oder Pfefferminzöl
5 Tr Teebaumöl

Zubereitung
1. Kokosöl (und ggf. Sheabutter) über Wasserbad schmelzen.

2. Natron und Stärkemehl sieben um alle Klümpchen zu entfernen.

3. Beides gemeinsam mit den ätherischen Ölen zum geschmolzenen Kokosöl zufügen und gut miteinander verrühren.

4. In einen sauberen, trockenen Behälter füllen und 30-40 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen. Dabei immer wieder durchrühren um Stärke und Natron, welche zu Boden sinken, gleichmäßig in der Creme zu verteilen.

Anwendung
Sparsam unter den Achseln auftragen.
Die Wirkung dieses Deos ist wirklich sensationell. Einzig, wenn ihr zuviel verwendet, können sich weiße Spuren auf dunkler Kleidung abzeichnen. Ihr braucht wirklich nur ganz wenig von der Deo-Creme.

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