Montag, 15. September 2014

DIY: Die gesammelten Werke meiner Kosmetik-Alternativen aus der Küche

Wie bereits in früheren Posts erwähnt liebe ich es mich mit Cremes, Masken, Peelings, Reinigungsritualen, etc. zu verwöhnen. Eine Zeit lang hat mein Badezimmer ausgesehen wie eine gut sortierte Drogerie. Das ging ganz schön ins Geldbörsel und mein Badezimmer ist aus allen Nähten geplatzt. 

Nachdem ich vor einigen Jahren in London gelebt habe und wie jeder, der in dieser wundervollen, inspirierenden Stadt gelebt hat weiß, die Lebenshaltungskosten sind gigantisch. Mein Zimmer in einer WG war so klein, dass ich nicht mal umfallen konnte und kostete dennoch das doppelte von meiner gemütlichen 60m2 Wohnung in Wien. Von Öffis oder Lebensmittel fang ich gar nicht erst an. 

Von luxuriöse Spompernadeln wie ich es von zu Hause gewöhnt war, konnte ich also bestenfalls träumen. Die Not macht aber bekanntlich erfinderisch.
So entdeckte ich die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten von Nahrungsmitteln, die ich grundsätzlich immer zu Hause habe:


Olivenöl
Ei
Apfelmus/Apfelmark
Zitronen
Natron/ Backpulver
Apfelessig
Kokosöl
Salz
Zucker (da ich nie weißen Zucker zu Hause habe, kann ich bestätigen, dass es brauner Zucker auch tut)

Ich gehe nur auf die von mir tatsächlich regelmäßig verwendeten Anwendungen ein. Im Internet gibt es eine Unzahl an weiteren Möglichkeiten. Diese hier funktionieren bei mir besonders gut. 


HAARE
DIE Erkenntnis des Jahrzehntes für mich war, dass man weder Shampoo noch Balsam braucht um saubere, gepflegte und damit gesunde Haare zu haben. Es gibt eine eigene Bewegung, die sich "No-Poo" (meiner Meinung nach eine etwas unglückliche Bezeichnung, heißt aber soviel wie No Shampoo) nennt, die allesamt kommerzieller Haarpflege abgeschworen haben und eigeninitiativ die ideale Alternative für sich entdeckt haben. 
Das kann ich nämlich schon vorneweg sagen: es gibt keinen Masterplan oder ein Rezept das für alle wirkt. Jeder, der auf Shampoo & CO verzichten möchte muss für sich selber herausfinden, welche Methode am Besten für´s eigene Haar funktioniert.
Im Allgemeinen muss man aber mit einer Übergangsphase von etwa zwei bis vier Wochen rechnen. Je welliger bzw. lockiger die Haare sind, umso einfacher und kürzer ist meistens diese Phase. Auch vorangegangene chemische Behandlungen haben Einfluss darauf. Vor allem muss man Geduld und Optimismus haben.
Bei mir dauerte die Übergangsphase etwa drei Wochen. Meine Naturwellen sind in der Zeit viel stärker geworden (was ich sehr schön finde), meine Haare haben mehr Volumen und sie schauen viel gesünder aus. Ich bin also konvertiert.

Hier aber zu den Alternativen, die ich neben Wasser (ja, auch das funktioniert!) verwende. Shampoo-Alternativen werden genau wie Shampoo angewendet nachdem die Haare erst mal ordentlich eingewässert wurden, dann ein paar Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen. Die meisten Conditioner können im Haar bleiben.


Shampoo-Alternativen:

Natron
1 El Natron in einem 1/2 Häferl lauwarmen Wasser auflösen, in Kopfhaut und Haare einmassieren (schäumt natürlich nicht!), zwei Minuten einwirken lassen und gründlich auswaschen.

Ei
Klingt ein bissl grindig, ist aber eine 2-in-1-Sensation. Ein Ei verquirlen. Haare mit relativ kaltem Wasser einwässern (sehr wichtig, sonst gibt´s Eierspeis am Kopf!!!), das Ei in die Kopfhaut und Haare einmassieren, 3-5 Minuten einwirken lassen und gründlich mit maximal lauwarmen Wasser ausspülen.

Apfelmus oder Apfelmark
Ebenfalls ein großartiges 2-in-1 "Produkt". Die Anwendung ist gleich wie beim Ei, nur darf das Wasser etwas wärmer sein ;)


Balsam- / Conditioneralternativen:

Apfelessig
Verwende ich fast immer. Kaum etwas gibt meinen Haaren soviel Glanz und Kämmbarkeit. Der Geruch verfliegt beim Trocknen. Manchmal gebe ich noch ein paar Tropfen ätherisches Lavendel- oder Rosenöl dazu.
Ich nehme ca. 1 Esslöffel Apfelessig auf 250ml Wasser, die ich ein eine Flasche fülle und nach meiner Shampoo-Alternative im Haar verteile. Wer will kann die Spülung natürlich auch auswaschen. Nach einer Natronwäsche ist diese Spülung für mich ein Muss, da sie den PH-Wert in den Haaren wieder neutralisiert.

Kokos- und Olivenöl
Je nach Menge und Zeitpunkt verwende ich Kokos- oder Olivenöl als Conditioner, Haarmaske oder Hitzeschutz.
Für den Conditioner eine klitzekleine Menge in den nassen Haarspitzen verteilen und durchkämmen. Obwohl meine Haare alles andere als zum fetteln neigen, würde ich damit aufpassen Öl zu nah an der Kopfhaut aufzutragen.
Hingegen wenn ich es als Haarmaske verwende, dann trage ich vor der Haarwäsche (manchmal schon am Vortag) etwa einen Teelöffel von einem der beiden Öle auf die gesamten Haare auf und massiere auch die Kopfhaut damit.
Beide Öle schützen die Haare auch vor mäßigem Einsatz von Föhn- oder Glätteisenhitze. Ich benutze beides allerdings sehr selten, daher kann ich nicht sagen, ob das langfristig auch der Fall wäre.


GESICHT
Für´s Gesicht bevorzuge ich meistens gekaufte Cremen. Ich müsste mich noch viel mehr mit selbstgemachter Kosmetik auseinandersetzen um meiner leicht empfindlichen Haut selbst eine Creme anzurühren, die dann auch all die Kriterien erfüllt, die mir der Hersteller jener Produkte, die ich vertrauensvoll verwende, verspricht.

Bei der Reinigung schwöre ich allerdings auf meinen selbstgemachten Gesichtsreinigungsbalsam.

Als Peeling für´s Gesicht nehme ich sehr gerne einen Esslöffel Zucker (feiner Kristallzucker, der wie oben erwähnt auch braun sein darf) den ich mit ca. einem Esslöffel Zucker vermische und dann sanft mein Gesicht damit abrubbel. Meiner Schwester ist das zu heftig, weil sie die Zitrone im Gesicht gar nicht verträgt. Meine Haut liebt´s dafür. Ihr seht also, jede Haut ist individuell und man muss ausprobieren, was funktioniert.

Bei Bedarf nehme ich manchmal ein paar Tropfen Apfelessig mit etwa 1 Teelöffel Wasser gemischt als Gesichtswasser nach der Reinigung. Das macht die Haut schön feinporig.

Alle zwei Wochen gebe ich auf die gereinigte, noch feuchte Haut eine kleine Menge Kokosöl als Gesichtsmaske, die ich entweder nach 20 Minuten mit einem Waschlappen abnehme, oder über Nacht auf der Haut lasse.

KÖRPER
Körperöl
Während meiner Schwangerschaft hatte ich mich noch durch sämtliche Schwangerschaftstreifenverhinderungsöle getestet. Im Endeffekt war aber keines so gut, wie meine beiden Lieblingsöle aus der Küche.
In meinem Badezimmer findet man schon seit Jahren keine Bodylotion mehr. Stattdessen habe ich in der Dusche ein kleines Fläschchen mit Olivenöl und eine Dose mit Kokosöl stehen. Je nach Laune reibe ich eines davon nach dem Duschen in die noch feuchte Haut. Dann vorsichtig abtrocknen - nicht abrubbeln, sonst ist das schöne Öl im Handtuch statt in der Haut, und schon kann ich mich anziehen. 
Kein Körperöl und keine Bodylotion konnten bisher mithalten.

Körperpeeling
Bei meinem Körperpeeling kommt meine mediterrane Seite voll auf ihre Kosten. Ich mische ca. einen Esslöffel Meersalz mit genug Olivenöl, dass die Masse gerade nicht zu flüssig ist, um sie noch gut auf dem Körper verteilen und daseinszweckmäßig verrubbeln kann. Danach mit Wasser gründlich abspülen und sanft abtrocknen. Zusätzliches eincremen ist nicht mehr notwendig.


SPEZIALANWENDUNG
Zahnöl
Im Ayuveda wird Zahnöl seit Jahrhunderten verwendet. Das Öl zieht am Morgen Schwermetalle und alles was sich über Nacht über die Schleimhäute an "Giften" in den Mund verfrachtet hat heraus. Es gibt einige sauteure Zieh- und Zahnöle zu kaufen. Den Sizilianern ist diese Methode allerdings auch bekannt und die nehmen natürlich Olivenöl dafür. Ich mach das also auch. Schon seit einigen Jahren.
Morgens, gleich nach dem Aufstehen, einen Esslöffel Olivenöl im Mund ca. 10 Minuten langsam hin- und herziehen. Am Besten spuckt ihr das nun eingetrübte Öl ins Klo (keinesfalls ins Waschbecken, da der Abfluss sehr schnell davon verstopft!). Danach wie gewohnt die Zähne putzen.

Ich entdecke und teste mich laufend durch neue Anwendungsmöglichkeiten und werde sicher wieder mal darüber posten. Der Kosmetikindustrie tut das vermutlich nicht so gut, aber meinem Geldbörsel allemal. 

Falls ihr auch Erfahrungswerte mit diesen Alternativen habt, würde es mich freuen, wenn ihr diese auch mit mir teilt.

Alles Liebe und viel Sonnenschein im Herzen!

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