Dienstag, 3. Dezember 2019

Nussiger Weihnachtsbraten-Kranz (Nutroast)

Der erste Adventsonntag ist geschafft. Am Wochenende war Rezepttesten angesagt. Neben Beet-Wellington* (also Beet für Rote Rübe statt Rindfleisch) durfte La Familia sich über diesen Nutroast stürzen. Ich muss ehrlich sagen, ich hätte nicht erwartet, dass alle (inklusive unserem Kleinkind-Sonshine) SOOO begeistert sein würden. 
Ich muss gestehen, Kleinkind war davon überzeugt, dass er Kuchen mit Marmelade isst. Soll er glauben. Wenn es ihm nicht geschmeckt hätte, hätte er es nicht gegessen.

Das Rezept ist relativ einfach, aber ich habe schon fast drei Stunden dafür gebraucht. Wenn ihr den Kranz kredenzen wollt, plant das also ein. Es geht sich aber nebenbei aus Love Actually zu schauen. Also wenn man so wie ich Weihnachten ohne schon gar nicht mehr kann.

Als Beilagen gab es Bratkartoffeln und -topinampur (war im Biokistl drinnen), sowie grünen Salat.

In zwei Wochen wird ein zweites Veganer Beef Wellington Rezept getestet. Wenn dieses auch so erfolgreich angenommen wird, dann könnte die Entscheidung schwer werden.


* Rezept folgt

REZEPT
für 4 Personen

ZUTATEN
3 El Olivenöl
1 Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen
1 Porree (Lauch)-stange, gewaschen und feingeschnitten
200g/ 1 Häferl Hokkaido- oder Butternusskürbis, geschält und in kleine Würfel geschnitten
75g/ 1 Häferl (braune) Champions, in ähnlich große Stücke geschnitten, wie Kürbis
60g/ 1/2 Häferl gekochte und geschälte Maroni, grob gehackt 
1/2 Tl Paprika
1/2 Tl Piment
1/4 Tl Zimt
Salz und Pfeffer
1 frischer Rosmarinzweig, Nadeln abgezupft und feingehackt
10 frische Salbeiblätter, feingehackt
Schale von einer Zitrone
75g/ 1 Häferl gekochte rote Linsen
75g/ 1 Häferl gemischte (ungesalzene) Nüsse 
45g/ 1/2 Häferl (Vollkorn-)Semmelbrösel
50g/ 1/4 Häferl getrocknete Cranberries, grob gehackt
50g/ 1/4 Häferl getrocknete Marillen, grob gehackt
50g/ 1/4 Häferl getrocknete Tomaten, grob gehackt
3 El Balsamico Essig
1 El Miso Paste oder Marmite
2 El gemahlene Leinsamen 
5-6 El Wasser

ZUBEREITUNG
1. In einer kleinen Schüssel Leinsamen mit Wasser verrühren und ca. 15 Minuten quellen lassen. Dabei entsteht ein gräulicher (also von grau!) Schleim. Ja, schaut nicht gut aus, aber effektiv. Das ist nämlich der Kleber der dabei hilft, dass der Kranz zusammenhält.

2. Einen großen Topf auf mittlerer Hitze erwärmen, Olivenöl zufügen und darin die Zweifel, Knoblauch, Lauch, Kürbis, Champinions und Maroni für 2 Minuten unter fleißigem Rühren anbraten, bis diese leicht gebräunt sind.

3. Dann kommen die Gewürze und Kräuter, sowie etwas Salz und Pfeffer und die Zitronenschale dazu.

4. Nun die Hitze auf niedrig reduzieren und 8-10 Minuten kochen bis das Gemüse etwas weicher geworden ist. Dabei immer wieder umrühren. 

5. In der Zwischenzeit die Nüsse entweder in einer Küchenmaschine grob zerkleinern, oder - sollte der vorweinachtliche Stress Entladung brauchen, die Nüsse in ein Geschirrtuch packen, dieses fest eindrehen und mit Schwung so oft gegen die Küchenplattenkante pfeffern, bis entweder die Nüsse auf eine gefällige Größe zerfallen sind, oder die Emotionen transformiert sind ;)

6. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt um den Ofen auf 180°C vorzuheizen.

7. Nun werden die Nüsse gemeinsam mit den Linsen, Semmelbröseln, Cranberries, Marillen und Tomaten, sowie dem weichgedünsteten Gemüse, dem Leinsamenschleim, Balsamico und Miso Paste (oder Marmite) in die größte Rührschüssel, die die Küche hergibt, befördert und so lange miteinander verrührt, bis die Masse sich in eine stückle Homogenität verwandelt hat. Wer mag kann mit SAUBEREN Händen kneten. Hat was von Play-Doo. Also noch eine Möglichkeit um sich selber zu entfalten. In jedem Fall dabei tief einatmen und die wunderbar weihnachtlichen Düfte genießen. Oh, die Vorfreude wächst....

8. Nun eine Kranzform gut mit Öl ausfetten und mit zugeschnittenem Backpapier auskleiden. Es geht auch ohne, aber die Nerven bleiben definitiv geschonter, wenn man sicher sein kann, dass der Nutroast am Ende der Garzeit auch wieder aus der Form rauswill. Und zwar ganz.

9. Jetzt wird der "Teig" in die vorbereitete Form gefüllt und fest nach unten gepresst. Bevor es nun in den vorgeheizten Ofen geht, noch ein Stück Backpapier entsprechend der offenen Seite der Kranzform zurechtschneiden und liebevoll auf den Teig drücken.

10. Während sich nun der Weihnachtsbraten für 30-40 Minuten im Ofen heimelig fühlen darf um sich ganz nebenbei, einem Weihnachtswunder gleichend, in den beeindruckenden Hauptdarsteller des Weihnachtsessens zu verwandeln, kann die Cranberry Sauce, deren Rezept ihr durch diesen magischen Link bekommt, herstellen. Oder ihr stürzt euch auf die anderen Beilagen, die ihr möglicherweise noch geplant habt. Oder ihr schnappt euch ein Gläschen Wein, legt eure Füße hoch und träumt von klingelnden Schlitten, die durch den glitzernden Schnee gleiten. 

11. Wenn euer Timer dann die frohe Botschaft verkündet, dass der Braten fertig ist, wird er mit Bedacht aus dem Ofen geholt und darf sich noch 5 Minuten ausrasten. Das hilft ihm dabei sich zu setzen und auf dem Teller seine Form zu behalten. Ist doch nur zu verständlich. Niemand mag zu Weihnachten aus der Form gehen. *Hust hust*

12. Aber jetzt, endlich, darf der nussige Braten aus der Form auf einen festlichen Servierteller gestürzt werden. Dann nach Lust und Laune mit Cranberry-Sauce, Orangenscheiben, Salbeiblättchen und frischen Cranberries dekorieren und mit Pomp und Glanz den Gästen präsentieren.




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