Montag, 25. August 2014

Neurodermitis im Anfangsstadium - ein K(r)ampf für Kind und Eltern

Da der Papa meines Sohnes seit frühester Kindheit an Neurodermitis leidet habe ich schon während der Schwangerschaft begonnen mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es gibt sowohl im schulmedizinischen als auch im Alternativbereich Ansätze, was vorbeugend gemacht werden kann.

Bis mein Sohn 13 Monate alt war, war seine Haut auch wunderschön. Er hatte höchstens beim Zahnen ein bisschen einen roten Popo.

Einer der Gründe warum ich nach wie vor noch stille (abends und morgens und manchmal, wenn es meinem Sohn aus irgendeinem Grund nicht so gut geht und er das Bedürfnis hat auch mal tagsüber) ist, dass mir das in dem Zusammenhang vielfach nahegelegt wurde. Es ist aber auch vollkommen stimmig für uns beide. Der Zeitpunkt wann es das nicht mehr der Fall sein wird wird noch früh genug kommen. Ich habe mich daran gewöhnt, dass es Leute gibt, die es seltsam wenn nicht gar abartig finden, dass man ein Kind so lange stillt, aber ich respektiere deren Meinung und rechtfertige mich auch gar nicht mehr. Warum soll ich lange und breit erklären, dass ich etwas mache was vollkommen natürlich ist (übrigens empfiehlt die WHO eine Idealstilldauer von mindestens 2 Jahren!) und was meinem Kleinen offensichtlich so gut tut.


Worin sich Schul- wie Alternativemediziner ebenfalls einig sind, dass bei Kindern von Neurodermitikern mit dem Impfen bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres gewartet werden soll. Also haben wir erst mit 13 Monaten begonnen…. und leider genau da begannen die Hautprobleme.

Ich bin wahrlich keine Gegnerin von Impfungen. Die Medizin hat enorme Dinge geleistet, aber durch diese Erfahrung bin ich zumindest skeptischer und habe mich daher sehr intensiv mit allem rund um Impfung beschäftigt. Die Wogen gehen ja enorm auseinander und jede Seite (Befürworter oder Gegner) bezichtigen die andere Seite als Rabeneltern. So gesehen kann man´s als Eltern eh nur falsch machen…
Ich habe dann für mich beschlossen, dass es am Wichtigsten ist mich wirklich gut auszukennen und dann eine Entscheidung zu treffen, hinter der ich 100%ig stehen kann, egal was alle anderen sagen.

Ich hatte sehr gehofft, dass sämtliche Vorsichtsmaßnahmen die Vorbelastung die mein Sohn von väterlicher Seite her hat aufwiegen könnten. Zumindest kann ich sagen, ich hab es wirklich versucht. Es besteht allerdings auch eine gute Chance, dass die Neurodermitis sich noch "rauswächst". 
Nichtsdestotrotz will ich nichts unversucht lassen, denn wenn´s juckt ist er echt arm und er kratzt sich regelrecht blutig.

Was habe ich also alles bisher probiert (wie gesagt das sind rein persönliche Erfahrungswerte und ich kann natürlich nicht sagen wie was bei anderen Kindern wirkt):


1. Hautarzt: Der hat gleich mal eine Cortisonsalbe aufgeschrieben. Das hat im Akutfall natürlich schnell geholfen, aber sobald ich die Creme abgesetzt habe, kam alles wieder - und dann gleich mit Anhang, weil´s so schön ist - zurück.

2. Homöopathie:Wir waren vor 4 Wochen zum ersten Mal bei einer Homöopathin die mir nach 2-stündiger Erstanamnese eine Dosis von Globobli für meinen Sonnenschein mitgegeben hat. Die Haut ist in den vier Wochen von besser über ganz schlimm bis wieder etwas besser geworden. Diese Woche haben wir den zweiten Termin. Hier folgt also noch ein Up-Date in ein paar Tagen.

3. Diverse Spezialcremen und -salben aus der Apotheke oder Drogerie: Keine hat leider langfristig geholfen. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Haut noch empfindlicher wurde, sobald ich die Cremen wieder abgesetzt habe.

4. Olivenöl: Ich glaube, ich bin darüber in einem Neurodermitikerforum gestolpert. Ich gebe etwa 1 Esslöffel in Sonnenscheins Badewasser und anschließend streiche ich noch Olivenöl auf seine noch nasse Haut. Das ist bis jetzt das was am Besten funktioniert. Meistens muss ich ihn 2 Mal täglich einölen (ggf. auch auf die trockene Haut). Allgemein ist die Haut schöner, besser durchfeuchtet und ich habe das Gefühl, dass es ihn weniger juckt (das ist nämlich echt die Hauptkrux und die Ursache des Teufelskreises)

5. Totes Meer Salz: Einmal pro Woche verwende ich beim Baden statt Olivenöl Badesalz. (Mein Sohn erklärt dann immer, was alles in die Badewanne reingehört: " Wasser, Öl, Salz, Essig"… Ich fürchte er glaubt, dass er ein Salat ist ;) )
Ich kann jetzt nicht sagen, dass es davon bisher massiv besser geworden ist, aber wie auch beim Olivenöl ist die Haut allgemein gepflegter und er kratzt sich weniger. Also auch eher auf der Plusseite. 

6. Mein armes Kind ist strenger Diät: Es gibt keinen Zucker, keine Milchprodukte, keinen Weizen und keine Eier. Seit wir diese Lebensmittel weglassen ist die Haut jedenfalls besser geworden. Aber man muss so aufpassen wo sich diese Lebensmittel überall drinnen verstecken und man muss jedem, der ihm was zu Essen geben will genau erklären, warum sie die Zutatenliste genau wirklich lesen müssen.
(Raffinierter) Zucker ist besonders katastrophal. Ich habe in der ganzen Zeit eine einzige Ausnahme gemacht, das war ihn einmal was mit Zucker essen zu lassen. Die Haut ist noch am selben Tag wesentlich schlechter geworden und es hat dann gut eine Woche gedauert, bis sie sich wieder erholt hat. Im Übrigen gilt das Zuckerverbot auch für mich. Nicht nur aus Loyalität, sondern weil ich bemerkt habe, dass seine Haut auch darauf reagiert, wenn ich Zucker esse (er kriegt das ja über die Milch).

7. Waschmittel: Ich verwende mittlerweile nur noch Waschnüsse, da die Sensitiv Waschmittel zwar okay für die Haut, aber nicht wirklich großartig für die Umwelt sind und die umweltfreundlichen Waschmittel selten wirklich gut für Neurodermitiker-Haut geeignet sind. Ich werde einen eigenen Post über meine Erfahrungen mit Waschnüssen schreiben, da es eine ganze Reihe an Einsatzmöglichkeiten gibt, von denen ich lange selber nichts wusste :)

Das ganze Thema wird uns wohl noch eine Zeit lang beschäftigen. Da ich einige Eltern von betroffenen Kindern kenne und wir uns immer austauschen über unsere Erfahrungen, werde ich diesen Post regelmäßig aktualisieren, um euch über unsere neuesten Erfahrungswerte auf dem Laufenden zu halten. Vielleicht ist ja mal der eine oder andere Tipp dabei der eurem Schatz hilft. Jedes Kind ist anders und wir müssen eben dranbleiben, bis wir das Richtige finden. Vielleicht habt ihr ja auch Tipps für mich oder wollt eure Erfahrungen in einem Kommentar hinterlassen. Ich würde mich sehr freuen!


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